So., 27. Okt. | Ampere

ROCKO SCHAMONI & BAND

Musik für Jugendliche Einlass19:00 Beginn 20:00
Registration is Closed
ROCKO SCHAMONI & BAND

27. Okt. 2019, 20:00
Ampere, Zellstraße 4, 81667 München, Deutschland

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Nach 12 Jahren ohne Plattenveröffentlichung unter eigenem Namen und mit  eigenen Songs (also abgesehen von dem Tribute Machwerk „die Vergessenen“  und einigen Fraktus Tonträgern) veröffentlicht Rocko Schamoni im Herbst  2019 sein achtes reguläres Album: Musik für Jugendliche. Übrigens gerade rechtzeitig zu seinem 35 jährigen Bühnenjubiläum, denn  im Jahr 1984 begann seine lange, schlingernde und Haken schlagende  Bühnenkariere. Zwar schwor Schamoni bei seinem letzten regulären und  titellosen Album im Jahr 2007 der Musikproduktion und dem ewigen  ermüdenden Veröffentlichungsreigen ab, aber- nach 12 Jahren hat der  Delinquent schlichtweg vergessen warum er eigentlich im Gefängnis sitzt.  Dieser Abschied sollte übrigens nie ein Abschied von der Musik sein, im  Gegenteil- er sollte die Musik von ihrer Zweckorientiertheit in  Schamonis Leben befreien- was- nach eigenem Bekunden- durchaus gelungen  ist.  

Nun hat sich allerdings wieder genug angesammelt: Töne, Noten,  Stimmungen, Akkorde, Worte, Melodien,Sentimentalitäten,  Liebesbekundungen, Referenzen, schlicht: Musik. Aus hunderten von  auralen Skizzen und Fragmenten entstanden neun Songs und eine Reprise,  die sich stimmungsvoll aufgespannt wissen wollen zwischen dem 70 ger  Jahre Italo Pop eines Lucio Battisti, Filmscore Zitaten des Schamoni  Idoles Morricone oder aber der soulesken Trockenheit eines Michael  Kiwanuka. Die Produktion der Platte ging einher mit der Krankheit und dem Tod von  Schamonis Vater und so finden sich in der Musik und in den Texten immer  wieder Versatzstücke dieses Verlustes, vom Abschiednehmen von geliebten  Menschen, (Wiederholung: Schamonis Mutter starb kurz vor der  Veröffentlichung seines letzten regulären Albums) gewohnten  Lebenssituationen oder gleich ganzen Kultur-zusammenhängen, Texte in  denen Schamoni das Ende der menschlichen Welt trocken und abgeklärt berechnet. Mit dem Vorrücken in die direkte Todeszone- denn nach dem Tod der Eltern  ist die nächste Generation die gehen muss immer die eigene- mit den  aufgewirbelten Erinnerungen die so ein Abschied auslöst erscheint die  eigene Jugend wieder stärker im Fokus, ein Prozess des Reflektierens und  Abgleichens, des Verstehens für Entscheidungen der Vorrangegangenen und  für das eigene Werden und Vergehen beginnt. Irgendwann begreift man:  die eigene Jugend vergeht nie. Sie steht für immer in ihrem ganzen Glanz fest in der Zeit und der Erinnerung. Und man kann sie doch nie wieder berühren.