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Di., 24. Okt.

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Milla

OUM SHATT

OUM SHATT
OUM SHATT

24. Okt. 2023, 19:00 – 25. Okt. 2023, 19:00

Milla, Holzstraße 28, 80469 München, Deutschland

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Vor sechs Jahren veröffentlichte Oum Shatt ein vielgelobtes Debütalbum, das von der Song des

Jahres - Auszeichnung bei Radio Eins für „Gold To Straw“ und im TAZ Popblog für „Power To The

Women Of The Morning Shift“, einem Feature auf BBC bis zu umjubelten Auftritten bei South By

Southwest in den USA, dem französischen Transmusicales-Festival oder dem Electric Picnic in

Irland führte.

Nun kehrt die in Berlin ansässige Band - bestehend aus Sänger und Songschreiber Jonas Poppe,

Gründungsmitglied Chris Imler am Schlagzeug, Gitarrist Richard Murphy und Rémi Letournelle an

Bass und Synthesizer - mit einem Zweitwerk zurück, das ihr Debüt sogar noch übertrifft. Wo Oum

Shatt dort amerikanischen Surf mit griechischer Rembetika-Musik, No Wave und orientalischen

Einflüssen zusammenführte, fächern sie ihren Sound hier noch weiter auf:

Zwar erkennt man den klassischen Oum-Shatt-Klang mit phrygischer Tonleiter gleich in „Over the

World and Out“ wieder, doch finden sich darüber hinaus so gegensätzliche Lieder wie der

verstrahlte Singer/Songwriter-Chanson „Madame LeSoleil Levant“, das entrückt-ekstatische

„Play!“, das von kantigen Drums dominierte „Off to St. Pete“ oder das hypnotisch-tanzbare „Love

the Way She Stands“.

Das bedeutet aber kein musikalisches Schweifen und sich Im-Nichts-Verlieren, sondern wird von

der Band entschlackt und auf den Punkt eingespielt.

Die verzahnten, zirkulären Single-Note-Gitarren, der Mantra-hafte Bariton in Verbindung mit

repetitiven Background-Chören und die sehr eigene, wilde perkussive Ästhetik verleihen dem

Album ein mystisches, bisweilen psychedelisches Klangbild.

Nie bleibt Oum Shatt bei einer Referenz stehen, sondern sieht diese nur als Startpunkt, um damit

eine eigene Welt zu bauen.

Jonas Poppes oft doppelbödige, zuweilen sarkastische Texte thematisieren die Frage nach der

Verwirklichung von Idealen („I would have quit my job, if I ever had one“) oder dem Scheitern daran

genauso wie die Liebe und den Wohnungsmarkt, Politik, Kunstfreiheit und Machtstrukturen. Ein

wiederkehrendes Motiv ist eine fiktive „Zwischenwelt“, in der - ausgelöst durch eine

Feedbackschleife zwischen Außen- und Innenwelt des lyrischen Ich - eine mystische Hyperrealität

entsteht: „I found something in between signing and resigning – the bliss of imponderability“.

Das Resultat ist eine Platte, die trotz ihrer vielen obskuren Einflüsse völlig eigen ist.

Christian Ihle, taz

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